Kuriose Fundstücke: Wie sich das MAD Magazin 1963 in eine schwedische Auto-Broschüre von Saab schlich

0
3

Wir wissen ja, dass Alfred E. Neuman sein lückenhaftes Grinsen gerne überall zeigt – vom Weißen Haus bis zum Mount Everest. Aber heute haben wir einen Beweis dafür gefunden, dass der „Müll“, den wir so lieben, auch im kühlen Skandinavien der 60er Jahre als Requisite für ernsthafte Saab Werbung herhalten musste.

Ein Adlerauge von der Automobil-Website The Autopian hat sich durch eine alte Broschüre für den Saab 96 (Modelljahr 1963) gewühlt und dabei ein Detail entdeckt, das jedes MAD-Sammlerherz höher schlagen lässt.

Der Tatort: Ein schwedischer Zeitungskiosk

In der Broschüre gibt es ein Foto, das einen schicken Typen an einem Kiosk zeigt. Er blättert in einer Zeitung, ohne sie zu kaufen – eine Sparsamkeit, die Alfred sicher gutheißen würde („Lies jetzt, zahl später… oder nie!“). Aber schaut mal genau hin, was da im Regal neben ihm lauert:

Roter Saab 96 Oldtimer vor einem Zeitungskiosk in einer Werbebroschüre von 1963. Ein Mann im Anzug liest davor Zeitung. Im Zeitschriftenregal im Hintergrund ist deutlich das Cover des US-MAD Magazins Ausgabe #71 (Juni 1962) mit der Zielscheibe zu erkennen.
Suchbild für Experten: Während der Herr im Anzug so tut, als würde er lesen, lauert rechts im Kiosk das MAD Magazin #71 (Juni 1962) mit dem berühmten Zielscheiben-Cover. Ein kultureller „Schandfleck“ in der sauberen schwedischen Werbung?

Kommt euch das Cover mit der Zielscheibe bekannt vor?

Die forensische MAD-Analyse

Das ist nicht irgendein Magazin. Das ist MAD Ausgabe #71!

Ein kurzer Check in den Archiven bestätigt: Diese Ausgabe erschien im Juni 1962. Das ist aus zwei Gründen interessant:

  1. Datierung: Wenn die Broschüre für das Modelljahr 1963 war, wurde das Fotoshooting offensichtlich im Sommer ’62 gemacht – genau als dieses Heft aktuell war.

  2. Kultur-Import: Es scheint sich um die US-Originalausgabe zu handeln. Svenska MAD (die schwedische Version) startete zwar auch in den frühen 60ern, aber hier sehen wir das amerikanische Original in freier Wildbahn. Ein Beweis für den exzellenten Geschmack der schwedischen Requisiteure?

War der Saab-Designer ein heimlicher MAD-Zeichner?

Dass MAD in dieser Broschüre auftaucht, ist vielleicht gar kein Zufall. Denn wenn man weiterblättert, findet man eine Illustration, die direkt aus der Feder von Don Martin stammen könnte.

Es geht um die „praktischen Lademöglichkeiten“ des kleinen Saab. Die Illustration schlägt allen Ernstes vor, dass man Balken transportieren kann, die fast so lang sind wie das Auto selbst, indem man sie einfach meterweit aus dem Kofferraum ragen lässt:

Ein Cartoon im Stil von Don Martin zeigt einen gestressten Mann in einem weißen Auto, das unter einer enormen Ladung roter Holzbretter und Kisten zusammenbricht. Die Ladung fällt hinten aus dem offenen Kofferraum. Große Soundwörter wie "GA-WONK!", "SCHLUMP!", "SCREEECH!", "FLOP!" und "KER-PLUNK!" umgeben das wackelnde Fahrzeug auf gelbem Hintergrund.
Wenn der Ausflug zum Baumarkt mal wieder etwas eskaliert… KER-PLUNK!

Das ist kein Transport, das ist ein Katastrophen-Cartoon, der nur darauf wartet, zu passieren. Eine Vollbremsung, und dieser Saab verwandelt sich in einen Schaschlik-Spieß. Wir haben selten eine so herrlich wahnsinnige („mad“) Idee in einer seriösen Auto-Werbung gesehen.

Ob der Fotograf wusste, was er da ins Regal gestellt hat, oder ob er einfach nur das bunteste Cover griff, das er finden konnte? Wir wissen es nicht. Aber es freut uns zu sehen, dass selbst beim rationalen, schwedischen Saab im Jahr 1963 ein kleines Stückchen Wahnsinn mit an Bord war.

Quelle: https://www.theautopian.com/this-old-saab-brochure-has-one-of-the-most-unhinged-cargo-carrying-suggestions-ever-and-also-a-mad-magazine-investigation/

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein