Schlaflos mit Alfred: MAD Magazin #49 nimmt die Late Night TV Talker auseinander!
Heiliges Kanonenrohr, schnappt euch euren Pyjama und eine Tüte „Too Salty Chips“! Die Usual Gang of Idiots hat sich für die Juni-Ausgabe 2026 (MAD #49) die absolute Crème de la Crème der abendlichen Fernsehunterhaltung vorgeknöpft. Das Thema diesmal? Late Night TV. Und wer dachte, das Format hätte nach Johnny Carson seinen Zenit überschritten, wird hier eines Besseren belehrt – oder zumindest fachgerecht veralbert.

Dass MAD und Late Night eine lange, glorreiche Geschichte teilen, ist für uns alteingesessene Leser kein Geheimnis. Schließlich lag die MAD-Redaktion jahrelang quasi in Spuckweite zum Ed Sullivan Theater, wo David Letterman residierte. Jetzt, in seinem 74. Jahr, teilt das Magazin wieder ordentlich gegen die Flimmerkiste aus. Und wie es sich für ein ordentliches Roast gehört, fühlen sich die Opfer auch noch geehrt.
Das Cover: Tom Richmond in absoluter Höchstform
Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Das Titelbild ist ein verdammtes Meisterwerk. Star-Karikaturist Tom Richmond liefert hier ein Wimmelbild der Eitelkeiten ab, das sich jeder Sammler eigentlich direkt einrahmen sollte.
Wir sehen eine Pyjamaparty der Late-Night-Giganten, die chaotischer nicht sein könnte:
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Jimmy Fallon erzählt im Halbdunkeln eine Gruselgeschichte (vermutlich über sinkende Quoten).
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Stephen Colbert und Seth Meyers beschwören Geister am Ouija-Brett.
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Jon Stewart, der alte TV-Rentner, lackiert genüsslich die Zehennägel seines Ziehsohns John Oliver.
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Jimmy Kimmel mampft entspannt Chips im lila Schlafanzug.
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Und unten im Schlafsack schnarcht David Letterman mit Rauschebart dem Weltuntergang entgegen, völlig ahnungslos, dass Alfred E. Neuman ihm gerade liebevoll das Wort „PUTZ“ mit einem Edding auf die Stirn kritzelt.
Dass Tom Richmond die Gesichtszüge und die Körperhaltung dieser TV-Ikonen derart präzise einfängt, beweist einmal mehr, warum er der legitime Erbe von Mort Drucker ist. Übrigens: Fallon selbst fand das Cover so genial, dass er auf Instagram prompt mit einem klassischen „What, me?“ reagierte. Nerd-Punkte für Jimmy!
Im Heft: Eine gelungene Mischung aus Neu und Klassisch
Wie bei der aktuellen Inkarnation des MAD Magazins üblich, bekommen wir einen Mix aus brandneuem Material und meisterhaft kuratierten Reprints aus dem unerschöpflichen Archiv. Für uns Sammler ist natürlich der neue Kram der Hauptgrund, ans Kiosk zu rennen.
Die neuen Highlights:
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A MAD Look at Late Night TV: Sergio Aragonés ist zurück! Der Meister der Randfiguren liefert einen komplett neuen „MAD Look at…“. Sergios wuseliger Strich ist auch 2026 noch unerreicht.
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A Eulogy for Colbert’s Late Show: Geschrieben von Paula Sevenbergen mit grandiosem Artwork von Hermann Mejia. Colbert hat einst das Vorwort für das Buch „Totally MAD“ geschrieben – jetzt bekommt er seine satirische Grabrede. So schnell geht’s im Showbiz.
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Guest Types You’ll See on Late Night TV: Ivan Ehlers nimmt die immer gleichen PR-gesteuerten Promi-Auftritte aufs Korn.
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Spy vs. Spy vs. Spy: Ja, richtig gelesen! Neue Spion-Action. Diesmal geht es um Nitroglycerin-Make-up und mörderische Studiokameras.
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Der neue Fold-In: Johnny Sampson stellt die wichtigste Frage: „What is perhaps the greatest threat to late night shows‘ long-term survival?“ Ich will nicht spoilern, aber knickt das Ding vorsichtig, um das Bild nicht zu ruinieren!
Nostalgie pur: Die Reprints
Um das Late-Night-Thema abzurunden, hat die Redaktion tief in der Kiste gegraben. Wir bekommen Mort Druckers geniale Kunst im Johnny Carson Set und bei der Filmparodie „Nutwork“ serviert. Don Martin erklärt uns mit gewohnt absurder Geräuschkulisse die „Tricks of the Trade in Local TV News“ und der legendäre Jack Davis zeigt uns, wie es wirklich im Fernsehen läuft („Telly Like it Is“). Abgerundet wird das Ganze durch klassische Dave Berg „Lighter Side“-Strips und das legendäre Al Jaffee Back Cover („The Television Studio“).
MAD im echten TV: Der Fallon-Crossover
Hier schließt sich der Kreis auf wunderbare Weise. MAD veralbert Late Night, und Late Night feiert MAD. Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, tauchte genau dieses Heft #49 kürzlich in der Tonight Show auf. Jimmy Fallon, sichtlich stolz auf sein Karikatur-Alter-Ego auf dem Cover, hielt die Ausgabe live in die Kamera.
Für Fans ist das natürlich ein absoluter Gänsehaut-Moment. Es zeigt, dass MAD auch in der heutigen, schnelllebigen Medienlandschaft immer noch kulturelle Relevanz besitzt und von den Großen der Branche respektiert (und gefürchtet) wird.
Sammler-Fazit: Kaufen oder liegen lassen?
Ganz klare Kaufempfehlung! Allein für das grandios detaillierte Tom Richmond Cover lohnt sich die Anschaffung von MAD #49. Die Ausgabe fängt perfekt den Geist der alten Tage ein, als MAD das Medium Fernsehen regelmäßig genüsslich sezierte. Dass wir neben den fantastischen Klassikern von Drucker, Davis und Martin auch frisches Futter von Aragonés und Sampson bekommen, macht das Heft zu einem runden Paket.
Packt euch die Ausgabe in einen Comic-Bag mit Backing Board, denn durch den Fallon-TV-Auftritt dürfte dieses spezielle Cover bei Sammlern in Zukunft durchaus gefragt sein.
In diesem Sinne: Bleibt MAD und schaltet nicht ab!



