Mit der Februar-Ausgabe 2026 meldet sich das legendäre US-Satiremagazin MAD mit einem Thema zurück, das näher an der Lebensrealität seiner Leserinnen und Leser kaum sein könnte: der Arbeitswelt. MAD #47 nimmt Büros, Vorgesetzte, Meetings, Kantinen, Cubicles und all die kleinen wie großen Absurditäten des Berufsalltags ins satirische Visier – bissig, respektlos und überraschend aktuell. Dass Humor oft die schärfste Waffe gegen Frust und Routine ist, beweist diese Ausgabe auf nahezu jeder Seite.

Ein Cover als programmatische Ansage
Schon das Cover von Peter Kuper macht klar, wohin die Reise geht: Alfred E. Neuman grinst uns entgegen – wie immer sorglos –, doch der Kontext ist diesmal eindeutig der Arbeitsplatz. Ergänzt wird dies durch die klassische Inhaltsseite mit Alfred auf dem Cover (#356), inklusive eines typisch MAD’schen visuellen Gags, der gleich zu Beginn den Ton setzt. Diese Ausgabe will nicht nur unterhalten, sondern den Wahnsinn der modernen Arbeitswelt entlarven.
Arbeiten als tägliche Groteske
Der Einstieg erfolgt mit Don Martins „On the Job“, einer pointierten Bildgeschichte, die zeigt, dass Arbeit bei MAD selten etwas mit Effizienz zu tun hat. Direkt danach folgt Sergio Aragonés’ „A MAD Look at Going to Work“, eine wortlose, aber umso treffendere Beobachtung der täglichen Pendlerqualen. Aragonés’ Zeichnungen machen deutlich: Der eigentliche Irrsinn beginnt oft schon auf dem Weg zur Arbeit.
Diese Grundidee zieht sich durch die gesamte Ausgabe. Ob unhöfliche Verkäufer, toxische Kollegen oder absurde Managemententscheidungen – MAD #47 seziert den Arbeitsplatz als Bühne menschlicher Schwächen.
Büro, Boss und Burnout – Humor als Ventil
Besonders stark ist die Ausgabe dort, wo sie Hierarchien aufs Korn nimmt. In „Rules of Office Cubicle Etiquette“ werden unausgesprochene Büroregeln entlarvt, die jeder kennt, aber niemand offiziell zugibt. Noch direkter wird es bei den „Mad Medals to be Presented to Deserving Corporate Executives“ von Al Jaffee, in denen Führungskräfte für ihre fragwürdigsten Leistungen ausgezeichnet werden – natürlich mit maximaler Ironie.
Dave Berg steuert gleich zwei Auszüge aus seiner legendären Reihe „The Lighter Side of…“ bei und beleuchtet sowohl Chefs als auch Angestellte. Seine Zeichnungen zeigen: Egal auf welcher Seite des Schreibtisches man sitzt – die Absurdität macht vor niemandem Halt.
Arbeitswelt trifft Popkultur
Auch klassische MAD-Formate werden clever in den Arbeitskontext eingebettet. Spy vs. Spy kehren gleich zweimal zurück und verlegen ihre ewige Fehde ins Büro – inklusive Boss-Rache und Cubicle-Zerstörung. Die TV-Satiren („Sad Men“, „Irreverence“, „Asinine to Five“) spiegeln zusätzlich, wie sehr Arbeit und Medienbilder inzwischen ineinander übergehen.
Ein besonderes Highlight ist „Things Superheroes Hate About Their Jobs“. Hier wird klar: Selbst Superkräfte schützen nicht vor nervigen Vorgesetzten, sinnlosen Aufgaben oder schlechtem Arbeitsklima. Der Witz funktioniert, weil er universell ist.
Zwischen Kantine, Klo und Kündigungsgrund
MAD wäre nicht MAD, wenn nicht auch die unangenehmen Seiten des Arbeitsalltags beleuchtet würden. Ob im Restaurant-WC, bei Büro-Romanzen oder in Grußkarten der Geschäftsleitung zum Labor Day – überall lauert die Peinlichkeit. Beiträge wie „Cube Mates from Hell“ oder „Rob – The Evil, Backstabbing Robot Temp“ bringen moderne Ängste auf den Punkt: Austauschbarkeit, Konkurrenz und der schleichende Verlust menschlicher Wärme am Arbeitsplatz.
Arbeit war selten so komisch – und so wahr
MAD #47 ist weit mehr als eine lose Sammlung von Gags. Diese Ausgabe nutzt das Thema Arbeitswelt als roten Faden und schafft es, aktuelle Fragen zu Arbeitskultur, Machtverhältnissen und Alltagsfrust mit klassischer MAD-Satire zu verbinden. Das Magazin bleibt seiner DNA treu und wirkt dennoch erstaunlich zeitgemäß. Wer lacht, erkennt sich wieder – und wer sich wiedererkennt, lacht oft am lautesten.
Inhaltsangabe:
- Contents Page – Alfred on cover #356 butt-copies his face
(Inhaltsseite – Alfred auf Cover Nr. 356 kopiert sein eigenes Gesicht)
Illustration: Richard Williams -
Sergio Aragones Drawn-Out Dramas
(Sergio Aragonés’ ausufernde Dramen)
von Sergio Aragonés – an verschiedenen Stellen im Magazin, neu und nachgedruckt -
On the Job (Bei der Arbeit)
von Don Martin -
A MAD Look at Going to Work (Ein MAD-Blick auf den Weg zur Arbeit)
von Sergio Aragonés, Farben: Carrie Strachan -
Rudy – The Rude Store Employee
(Rudy – der unverschämte Ladenangestellte)
Text: Darren Johnson, Zeichnungen: John Kerschbaum -
Dual-Purpose Office Supplies for Working Mothers
(Multifunktionale Büroartikel für berufstätige Mütter)
Text: John Rios, Zeichnungen: Al Jaffee -
Spy vs. Spy – boss revenge bomb / cubicle chop
(Spy vs. Spy – Rache am Chef / Angriff auf die Bürokabine)
von Peter Kuper -
One Fine Morning at the Office
(Ein schöner Morgen im Büro)
Text: Sergio Aragonés, Zeichnungen: Don Martin -
Subscription Ad (Abo-Werbung)
Illustrationen: Antonio Prohias (Spy vs. Spy aus Ausgabe #88) -
Sad Men (TV satire)
(Traurige Männer – TV-Satire)
Text: Arnie Kogen, Zeichnungen: Tom Richmond -
Rules of Office Cubicle Etiquette
(Regeln der Büro-Cubicle-Etikette)
Text: Tom Cheney, Farben: Carl Peterson -
Labor Day Cards from Management to Labor
(Grußkarten zum Tag der Arbeit – vom Management an die Belegschaft)
Text: Frank Jacobs, Zeichnungen: George Woodbridge -
Irreverence (TV Satire)
(Respektlosigkeit – TV-Satire)
Text: Desmond Devlin, Zeichnungen: Tom Richmond -
Mad Medals to be Presented to Deserving Corporate Executives
(MAD-Medaillen für besonders „verdiente“ Topmanager)
von Al Jaffee -
The Mad Etiquette Guide for Modern Workplace Romances
(Der MAD-Knigge für moderne Büroaffären)
Text: Mike Snider, Zeichnungen: Kevin Pope -
Cube Mates from Hell
(Cubicle-Kollegen aus der Hölle)
von Teresa Burns Parkhurst -
One Wednesday Evening in a Restaurant Men’s Room
(Ein Mittwochabend auf der Herrentoilette eines Restaurants)
von Don Martin, Farben: Carl Peterson -
Asinine to Five (TV satire)
(Bescheuert bis fünf – TV-Satire)
Text: Dick DeBartolo, Zeichnungen: Angelo Torres -
Spy vs. Spy – coconut dream / fall past window anvil
(Spy vs. Spy – Kokosnuss-Traum / Sturz am Fenster mit Amboss)
von Antonio Prohias -
Undercover Boob (TV satire)
(Undercover-Idioten – TV-Satire)
Text: Dick DeBartolo, Zeichnungen: Tom Bunk -
Ad for DC GO subscription (featuring MAD episodes)
(Werbung für das DC-GO-Abo mit MAD-Folgen)
Illustration: Mark Fredrickson (Covermotiv #541) -
The Lighter Side of the Boss (excerpt)
(Die heitere Seite des Chefs – Auszug)
von Dave Berg -
The Lighter Side of Employees (excerpt)
(Die heitere Seite der Angestellten – Auszug)
von Dave Berg -
Things Superheroes Hate About Their Jobs
(Dinge, die Superhelden an ihrem Job hassen)
von Kerry Callen -
Mad’s Office Greeting Card Etiquette
(MADs Büro-Grußkarten-Etikette)
Text und Zeichnungen: Ryan Pagelow -
Labor Pains (Arbeitswehen)
von Arnoldo Franchioni -
Rob – The Evil, Backstabbing Robot Temp
(Rob – der böse, intrigante Zeitarbeitsroboter)
von Corey Pandolph -
Fold-In – What cutting-edge tool are some companies using to maintain a healthy bottom line?
(Fold-In – Welches Hightech-Werkzeug nutzen manche Firmen zur Gewinnsicherung?)
von Johnny Sampson -
Back Cover – Mad’s Quick & Easy Office Exercises
(Rückseite – MADs schnelle und einfache Büroübungen)
Text: Dick DeBartolo, Zeichnungen: John Martz



