Cracked Magazine – MAD’s erfolgreichstes Konkurrenzblatt

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Mit dem Artikel „Cracked Magazine – MAD’s erfolgreichstes Konkurrenzblatt“ starten wir eine neue MADmag.de Serie, in denen die verschiedenen Konkurrenz Blätter des MAD Magazins vorgestellt werden. 
Die Erfolgsgeschichte von MAD begann 1952 in New York und dauert bis heute an. Das Magazin startete damals mit einem revolutionärem Humor Format, welches vorher noch niemand gewagt hatte. Der grosse Erfolg liess nicht lange auf sich warten. Andere Verlage erkannten die Erfolgsformel und wollten sich ein Stück vom Kuchen sichern. Getrieben vom finanziellen MAD Erfolg entstanden Mitte der 1950er Jahren eine Vielzahl MAD ähnlicher Satire Magazine. Das Konzept von MAD wurde oft komplett kopiert und die Kioske verkauften eine grosse Auswahl an Humor Magazinen. Viele dieser Konkurrenten hielten sich nicht länger als ein paar Monate auf dem Zeitschriftenmarkt. Andere Magazine hatten deutlich mehr Erfolg beim Leser und können eine beachtliche Anzahl von Veröffentlichungen nachweisen. In dieser Artikel Serie fangen wir mit den erfolgreichsten Magazinen an, bevor wir später auf die unbekannten und kurzlebigen Satire Blätter eingehen.

Im ersten Teil dieser Serie präsentieren wir euch das Humor Magazin Cracked.

 

Cracked Magazine – MAD’s erfolgreichstes Konkurrenzblatt

Das Cracked Magazine wurde im Jahre 1958 vom ‘Major Magazines’ Verlag ins Leben gerufen. Inhaltlich und Design technisch orientierte sich Cracked stark an das MAD Vorbild, was der Leser seit dem ersten Heft unschwer erkennen kann. Der erste Herausgeber des Cracked Magazins hiess Robert C. Sproul. In der damaligen Comic Welt war er bekannt dafür, erfolgreiche Comics anderer Verlage zu imitieren.

Das erste Cracked Magazin von 1958
Das erste Cracked Magazin von 1958

Jede Cracked Ausgabe lieferte (ähnlich wie MAD) zwei Parodien über derzeit aktuelle Kinofilme oder TV Produktionen. John Severin zeichnete damals die meisten Parodie Beiträge. Der restliche Inhalt bestand aus satirischen Cartoons, die mehr als 3-4 Seiten selten überschritten. Alle Seiten des Magazins bestanden ebenfalls aus Altpapier und die Cartoons wurden in schwarz/weiss abgedruckt. Titel- und Rückseite inklusive deren Rückseiten hingegen farbig. Allerdings schaffte es Cracked nie eine Kult Artikelserie zu etablieren. Mit MAD assoziiert man viele kultige Ideen, wie das MAD Faltblatt von Al Jaffee oder die „Spy vs Spy“ Kurzgeschichten von Antonio Prohias. Trotz ihres Alters lassen sich die Spion Cartoons mit aktuellen Ereignissen in der Welt vergleichen. Sei es der chinesische Überwachungsstaat, der mit Spion Methoden ihr Sozialkreditsystem stützt oder das immer noch anhaltende Agenten Katz und Maus Spiel zwischen den Supermächten. Es sind eben solche Features, die ein Magazin unvergesslich machen. Der Playboy hat sein Pin Up Poster, das YPS Heft sein Gimmick und das MAD hat sein geniales Faltbild.

Das Cracked Maskottchen Sylvester P. Smythe erinnert stark an MAD’s Alfred E. Neumann. Das Aussehen beider Comic Figuren ist nicht der einzige Unterschied. Während Alfred E. Neuman hauptsächlich MAD Titelbilder mit seinem Grinsen verschönert, baute das Cracked Magazin Sylvester P. Smythe zusätzlich in vielen Cartoons und Zeichnungen ein. 

US Cracked Magazine mit Sylvester P. Smythe auf dem Cover
US Cracked Magazine mit Sylvester P. Smythe auf dem Cover

Unter den Cracked Autoren sind einige sehr bekannte MAD Künstler zu finden. Jack Davis, Will Elder, Al Jaffee und Basil Wolverton sind nur die bekanntesten Namen. Cracked konnte den Künstlern nie die gleichen Provisionen wie das MAD Magazin anbieten. Aus diesem Grund verweilten die meisten MAD Künstler nur für eine kurze Zeit bei Cracked. Der heutige MAD Mitarbeiter Tom Richmond arbeitete ebenfalls in seiner Anfangszeit für Cracked. Der Verlag zahlte ihm 100$ für eine illustrierte Seite. Ein Bruchteil von dem, was Tom Richmond später bei MAD verdiente.

Buch Empfehlung für Fans von Jack Davis: „The Comedy of Jack Davis“ zeigt seine besten Arbeiten für das Cracked Magazin.

Im Jahre 1987 gelang es Cracked den damals beliebtesten MAD Künstler Don Martin unter Vertrag zu nehmen. Er verliess Monate zuvor das MAD Magazin, nachdem er sich mit Bill Gaines zerstritt. Don Martin zeichnete 6 Jahre für Cracked, u.a. fertigte er viele Titelbilder des Magazins an.

Cracked Magazin mit Don Martin Titelbild
Cracked Magazin mit Don Martin Titelbild

Wie MAD, wurde das Cracked Magazin in mehreren Ländern lizenziert und herausgegeben. In Deutschland verkaufte es der Condor Verlag unter 3 verschiedenen Namen: 

  • Kaputt: 1974 – 1983
  • Stupid: 1983 – 1984
  • Panic: Laufzeit unbekannt, irgendwann ab 1982

Die Hefte behaupteten sich nicht lange auf dem deutschen Markt. Zu dieser Zeit hatte das deutsche MAD Magazin unter Herbert Feuerstein seine beste Zeit. Konkurrenz Blätter wie Cracked oder Kaputt hatten nur geringe Chancen neben MAD zu bestehen.
Mitte der 70er Jahre existierte noch eine britische Version des Cracked Magazin, welches aber nur US Original Material nachdruckte. In Brasilien verkaufte sich die ins portugiesische Cracked Version ‘Pancada’ von 1977 bis 1980. Auch Australien versuchte 2 Male eine hiesige Cracked Version zu etablieren, um lokalen Comic Künstlern eine Plattform zu geben. 

Das amerikanische Cracked zählt bis heute zu den langlebigsten und erfolgreichsten Humor Magazinen hinter MAD. Die letzte Ausgabe wurde im März 2007 verkauft. Somit überlebte das Cracked Magazin fast 50 Jahre. Digital lebt das Magazin im Internet weiter. Auf der Webseite Cracked.com werden täglich neue Artikel und Parodien veröffentlicht.

Cracked veröffentlichte neben dem Magazin auch unzählige Spezialausgaben und Sondereditionen. Ältere Artikel aus dem Magazin wurden neu zusammengestellt und unter neuem Titel erneut an den Kiosken verkauft. Folgende Titel sind dabei entstanden:

  • Biggest Greatest Cracked (21 Ausgaben)
  • Cracked Blockbuster (13 Ausgaben)
  • Cracked Collector’s Edition (64 Ausgaben)
  • Cracked Digest (5 Ausgaben)
  • Cracked Monster Party (46 Ausgaben)
  • Cracked Party Pack (4 Ausgaben)
  • Cracked Shut-Ups (2 Ausgaben)
  • Cracked Spaced Out (4 Ausgaben)
  • Cracked Stocking Stuffer
  • Cracked Summer Special (9 Ausgaben)
  • Extra Special Cracked (9 Ausgaben)
  • For Monsters Only (10 Ausgaben)
  • Giant Cracked (48 Ausgaben)
  • King-Sized Cracked (20 Ausgaben)
  • Super Cracked (16 Ausgaben)
Cracked Spezialausgabe
Cracked Spezialausgabe

Unter den Verlegern Ace Books und Dell Books sind zusätzlich 10 Cracked Taschenbücher entstanden.

Alle Verleger des Cracked Magazins auf einem Blick:

  • 1958 – 1985 Major Publications (212 Ausgaben)
  • 1985 – 2000 Globe Communications Corp. (134 Ausgaben)
  • 2000 – 2004 American Media (19 Ausgaben)
  • 2006 – 2007 Mega Media (3 Ausgaben)

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