MAD Magazine: 5 Interessante Dinge, die die meisten nicht wissen

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Vor dem Debüt des MAD Magazine im Jahr 1952 verfolgten amerikanische Comics und andere Unterhaltungsmedien genau ein Ziel: Sie wollten das Bild einer heilen, amerikanischen Welt vermitteln. Aber kaum tauchte das beliebte Satiremagazin auf, wurde die Popkultur und somit diese heile Welt auf den Kopf gestellt. Schon die erste Auflage war ein sofortiger Erfolg und legte den Grundstein für eine ganze Generation von Komikern, die sich dem schwarzen Humor verschrieben hatten. 

Im Jahr 2018 brachte DC Entertainment ein „völlig neues“ MAD auf den Markt, das alle zwei Monate und in Farbe Ereignisse in der Popkultur auf die Schippe nimmt. Aber nun kündigte das Unternehmen an, dass das ikonische Magazin nach fast 70 Jahren aus den Kiosken verschwinden wird. Aus diesem Anlass haben wir haben 5 interessante Fakten über die amerikanische Originalversion des ikonischen Magazins zusammengefasst.

Niemand weiß, wer Alfred E. Neuman erfunden hat

Der MAD-Schöpfer Harvey Kurtzman saß im Büro eines Ballantine Books-Redakteurs und besprach Nachdrucke für die noch junge Publikation, als er einen grinsenden, zahnlosen „Schwachkopf“ bemerkte, der ihn von einer Pinnwand anstarrte. Die namenlose Figur war im frühen 20. Jahrhundert allgegenwärtig und tauchte sogar in der Zahnarztwerbung auf. Ein entzückter Kurtzman übernahm die Figur ab 1954 als Maskottchen von MAD. Neuman wurde später so bekannt, dass ein Brief aus Neuseeland an die New Yorker Büros von MAD ohne Adresse zugestellt wurde: Auf dem Umschlag war einfach eine Zeichnung von Alfred.

MAD erfand eine Sportart

Mit wachsendem Erfolg gab es zum Entzücken von Fans immer mehr MAD-Merchandise, unter anderem MAD-Spielkarten – perfekt für Pokerfans, die sich mit den verschiedenen Regeln auskannten. Aber das war nicht alles. MAD erfand sogar eine Sportart. MAD-Autor Tom Koch hatte sich schon über die verworrenen Regeln von Sportarten lustig gemacht und versuchte, sie in „43-Man Squamish“ zu übertreffen. Die war ein Spiel, das er für die Ausgabe vom April 1965 erfand. Koch und der Zeichner George Woodbridge („MAD’s Athletic Council“) erstellten eine Anleitung, die völlig unverständlich war – das Spielfeld sollte fünf Seiten haben und das Ziel des Spiels war es, zu verlieren. Für die körperlich weniger  Begabten brachte MAD auch ein Brettspiel heraus, bei dem es darum geht, sein gesamtes Geld zu verlieren.

Entschuldigungen am laufenden Band 

Bereits mit der ersten Ausgabe mussten sich die Redakteure des Magazins bei Betroffenen entschuldigen. Denn MAD wurde in einer besonders sensiblen Zeit für die Comic-Industrie gegründet, in der Eltern und „Watch Groups“ über unangemessene Inhalte besorgt waren. Kurtzman wusste normalerweise, wo die Grenze war, aber als er 1952 mit akuter Hepatitis im Bett lag, mussten der Verleger William Gaines für ihn einspringen. Gaines hielt es für witzig, eine fiktive Biografie über sich selbst zu schreiben, die detailliert die kommunistischen Neigungen seines Vaters, seine Vergangenheit als Drogendealer „in der Nähe von Kindergärten“ und Anfälle von Pyromanie schilderte. Als Großhändler über den Inhalt schockiert waren und drohten, alle seine Titel zu boykottieren, war Gaines gezwungen, einen Entschuldigungsbrief zu veröffentlichen.

1960 sagte MAD die Präsidentschaftswahl von John F. Kennedy voraus

Manche glauben bis heute, dass MAD den Wahlausgang im Jahr 1960 voraussagte, aber es war alles nur Trick. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen druckte MAD ein Cover, auf dem Neuman Kennedy zu seinem Sieg gratulierte, mit einer Bildunterschrift, die lautete: „We were with you all the way, Jack!“ Und die Ausgabe wurde verschickt, lange bevor die Stimmen ausgezählt waren. Das Geheimnis? Es war ein Doppelcover. Wenn man es umdrehte, feierte Neuman die Ernennung Richard Nixons zum Präsidenten. Die Läden wurden angewiesen, je nach Wahlausgang die „richtige“ Seite des Magazins auszulegen.

Der MAD-Film war ein Desaster

Mit Ausnahme von Fox‘ erfolgreicher Sketch-Serie MAD TV im Jahr 1994 waren die Versuche, die Marke MAD auf andere Medien zu übertragen, wenig erfolgreich: Ein Zeichentrick-Special von 1974 schaffte es nicht einmal auf Sendung. Aber ein Filmversuch von 1980, eine Militärschulparodie unter der Regie von Robert Downey, Sr. mit dem Titel „Mad Presents Up the Academy“, war so schlecht, dass William Gaines seinen Namen aus den Credits entfernen ließ. Umbenannt in „Up the Academy“ ist auf der DVD-Veröffentlichung des Films immer noch jemand zu sehen, der eine Alfred-E.-Neuman-Maske trägt; MAD machte sich in einer Parodie mit dem Titel „Throw Up the Academy“ über den Film lustig.

Das deutsche MAD-Magazin kam übrigens im Jahr 1967 heraus, wobei Herbert Feuerstein nach der 32. Ausgabe zum Chefredakteur ernannt wurde.

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