Stefan Raab ist ein deutscher Entertainer, Fernsehproduzent, Musiker und Moderator, der die hiesige Medienlandschaft über Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat. Er wurde in den 1990er Jahren beim Sender VIVA bekannt und startete anschließend mit der Late-Night-Show „TV total“ auf ProSieben durch. Formate wie „Schlag den Raab“ und seine federführende Beteiligung am Eurovision Song Contest machten ihn zu einem der erfolgreichsten Medienmacher des Landes. Nach einem TV-Rückzug im Jahr 2015 kehrte er 2024 mit neuen Streaming- und Fernsehprojekten ins aktive Showgeschäft zurück.
Aufgrund seiner starken Präsenz im deutschen Fernsehen bot Stefan Raab eine perfekte Zielscheibe für die Satire des deutschen MAD Magazins. Die Redaktion des neuen deutschen MADs (Dino/Panini Verlag) nahm sich oft seiner musikalischen Ausflüge und seiner Kunstfiguren an. So wurde Raab beispielsweise in der MAD-Ausgabe Nr. 20 namentlich in Verbindung mit seinem damaligen Nummer-eins-Erfolg „Maschendrahtzaun“ und seinem Alter Ego „Alf Igel“ (eine Parodie auf Ralph Siegel) persifliert. Im alten deutschen MAD Magazin, dass 1995 seinen Betrieb einstellte, schaffte es Stefan Raab nie dort genannt zu werden.
Der Cartoonist Ralph Ruthe, der seit 1998 zu den Zeichnern der neuen deutschen MAD-Ausgabe gehörte, trat mehrfach als Studiogast in Stefan Raab’s Late-Night-Show „TV total“ auf. Das ist kein direkter MAD Bezug, aber trotzdem interessant zu wissen.
In den folgenden Ausgaben des deutschen MADs ist Stefan Raab zu finden.
- Deutsches MAD Magazin Nummer 20 (Mai 2000): Das Cover thematisierte Raabs damalige Teilnahme am Eurovision Song Contest in Stockholm. Unter dem Slogan „Unser Mann in Schweden“ und der Erwähnung seines damaligen Hits „Wadde hadde dudde da…“ nahm das Magazin das musikalische Großereignis auf die Schippe. In der direkten MAD-Rhetorik wurde das Titelbild mit dem derben Wortspiel „PULLERALARM! Schifft Raab in Stockholm ab?“ versehen. Dies war eine unmissverständliche Anspielung auf den berühmten „Pulleralarm“-Button, den Raab regelmäßig in seiner Late-Night-Show „TV total“ einsetzte.
- Deutsches MAD Magazin Nummer 29 (Februar 2001): Ein weiteres explizites Titelbild mit Stefan Raab veröffentlichte das deutsche MAD Magazin in der Ausgabe Nr. 29 (Dino Verlag) im Februar 2001. Das Cover stand im Zeichen eines makaberen Jahresrückblicks unter dem Titel „MAD ha(c)kt nach: DIE HOHLSTEN KÖPFE 2000!“. Die grafische Umsetzung dieses Mottos zeigt Raabs abgetrennten, blutenden Kopf, der mit seinem markanten Grinsen auf dem ersten Platz eines Siegerpodestes thront. Er teilt sich das Podest mit anderen globalen Popkultur-Phänomenen der Jahrtausendwende: So sind neben ihm die ebenfalls abgetrennten Köpfe von Pikachu und Harry Potter abgebildet. Ergänzt wird die visuelle Darstellung des Wortspiels „ha(c)kt nach“ durch einen maskierten Henker mit Axt im Hintergrund der Szenerie.
- Deutsches MAD Nummer 120 (Oktober 2008): Ein weiterer prominenter Auftritt von Stefan Raab auf einem MAD-Titelbild fand in dieser Ausgabe statt. Unter der Überschrift „EINFACH ZUM KOTZEN: Dumm-TV und matte Scheiben!“ (wobei das ‚L‘ in ‚Klotzen‘ durchgestrichen ist) rechnete das Magazin satirisch mit der damaligen Fernsehlandschaft ab. Raab ist im Vordergrund der Zeichnung markant in einem blauen Anzug mit orangefarbener Krawatte karikiert. Er teilt sich das Cover mit weiteren bekannten Fernsehgesichtern jener Zeit: Dieter Bohlen und Oliver Pocher stecken mit ihren Köpfen in zerschlagenen Fernsehern, während Gülcan Kamps als „Gackerhenne Gülcan“ dargestellt wird. Komplettiert wird die Szenerie durch das MAD-Maskottchen Alfred E. Neuman, der einen Bildschirm mit dem Logo der fiktiven Sendung „Deutschland sucht den Superarsch“ wirft.

- Deutsches MAD Nummer 154 (September 2013): Die nächste und letzte Platzierung fand Stefan Raab auf dem Cover der MAD-Ausgabe Nr. 154 (Panini Verlag). Anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl verknüpfte das Magazin die politische Landschaft satirisch mit Raabs kurzlebiger ProSieben-Show „Quizboxen“. Unter der Schlagzeile „Wahlkrampf 2013 – bis einer heult: MADs QUIZBOXEN“ fungiert Raab auf der Zeichnung als lächelnder Ringrichter im Zentrum des Geschehens.
Den eigentlichen Kampf tragen die damaligen politischen Hauptkontrahenten aus: Angela Merkel und Peer Steinbrück werden als blutende Boxer dargestellt, die sich gegenseitig attackieren. Die politische Satire wird durch den damaligen FDP-Spitzenkandidaten Philipp Rösler abgerundet, der bereits k.o. geschlagen am Boden des Boxrings liegt.





