
Otto Waalkes, geboren am 22. Juli 1948 in Emden, zählt zu den erfolgreichsten und prägendsten Komikern, Musikern und Schauspielern Deutschlands. Seine Karriere begann Anfang der 1970er-Jahre mit Stand-up-Auftritten, Schallplatten und seinen legendären „Otto Shows“ im Fernsehen. Durch seine Wortspiele, Geräusche, Zeichnungen (die „Ottifanten“) und körperbetonte Komik revolutionierte er den deutschen Nachkriegshumor. Neben der Bühne feierte er ab Mitte der 1980er-Jahre große Erfolge mit eigenen Kinofilmen.
Die Parodien und Titelbilder im MAD Magazin
In den 1970er- und 1980er-Jahren entwickelten sich das deutsche MAD Magazin und Otto Waalkes parallel zu den zwei dominierenden Kräften des anarchischen deutschen Humors. Chefredakteur Herbert Feuerstein erkannte früh, dass Ottos Popularität die ideale Vorlage für das Magazin bot.
Deutsches MAD Nr. 96 (April 1977): Im April 1977 widmete das deutsche MAD Magazin dem Komiker das Titelbild der Ausgabe Nr. 96. Die Illustration stammt von Rolf Trautmann und zeigt Otto Waalkes gemeinsam mit Maskottchen Alfred E. Neuman. Beide Figuren tragen die typische Kleidung der damaligen Bühnenauftritte des Künstlers – bestehend aus einem schlichten grünen Langarmshirt, blauer Jeans und Halbschuhen – und vollziehen synchron Ottos charakteristischen Bewegungslauf.
Unter der Titelzeile „MADs grosser Enthüllungsbericht: Blödel Ottos Privatleben!“ kündigte die Redaktion das Hauptthema der Ausgabe an. Im Heftinneren griffen die Seiten 12 und 13 das Sujet im Beitrag „MAD wirft einen Blick in OTTO´s Brieftasche“ auf. Der von Jena V. Mentz geschriebene Text nutzte das klassische US-MAD-Konzept des Durchleuchtens von Geldbörsen prominenter Persönlichkeiten, um die damalige Medienlandschaft und den Humor von Otto Waalkes parodistisch zu verarbeiten.

Deutsches MAD Nr. 193 (Mai 1985): Auf dem Titelbild des deutschen MAD Magazins Nr. 193 taucht Otto Waalkes prominent als Karikatur auf. Das von Stammzeichner Rolf Trautmann gestaltete Titelblatt zeigt das Wartezimmer eines Tierarztes. Waalkes sitzt dort in Turnschuhen, Jeans und Hosenträgern neben Entertainerin Heidi Brühl und Magazin-Maskottchen Alfred E. Neuman.
Die MAD-Redaktion parodiert in der Zeichnung das Verhältnis von Prominenten zu ihren Haustieren mit dem gewohnten Hang zum Absurden: Während Heidi Brühl eine gewöhnliche Katze auf dem Schoß hält, sitzt neben ihr Otto Waalkes mit einem schmauchenden Schimpansen, während Alfred E. Neuman ein verzehrfertig angerichtetes Spanferkel auf dem Behandlungsteller präsentiert. Die Ausgabe nutzte den massiven Hype um den im Sommer 1985 gestarteten Kinohit Otto – Der Film, um Waalkes nach seinem Erstauftritt auf Heft 96 erneut als Aufmacher für die deutschsprachige Satirezeitschrift einzusetzen.

Deutsches MAD Nr. 221 (September 1987): drei Jahre später widmete das deutsche MAD Magazin dem Komiker mit der Ausgabe Nr. 221 erneut das vollständige Titelbild. Auf dem Cover ist Otto Waalkes gemeinsam mit dem Magazin-Maskottchen Alfred E. Neuman zu sehen. Beide Figuren tragen das für Ottos damalige Bühnen- und Filmauftritte typische Outfit – bestehend aus weißem Hemd, Hosenträgern, umgeschlagener hellblauer Jeans und schwarzen Arbeitsstiefeln.
Die Zeichnung zeigt Waalkes und Neuman synchron in einer wackeligen Tanzpose auf einem Schriftzug zur redaktionellen Aktion „MAD sucht den DOOFIE des Jahres“. Ergänzt wurde das Cover durch den Hinweis auf eine Gratis-Kinokarte für beteiligte Leser. Nach den Ausgaben Nr. 96 (1977) und Nr. 193 (1985) unterstrich dieser dritte Titelbild-Auftritt, wie fest Otto Waalkes über mehr als ein Jahrzehnt hinweg als feste Bezugsgröße in der redaktionellen Ausrichtung des deutschen MAD verankert war.

Neben diesen 3 Titelbildern existieren unzählige Erwähnungen von Otto Waalkes im MAD Magazin. Einen goldenen „Alfred des Monats“ hat Otto leider nie von der MAD Redaktion verliehen bekommen.
Erwähnenswert ist noch der MAD Magazin Künstler Gunter Baars, der eine Zeit lang die „Ottifanten“ Comics von Otto Waalkes gezeichnet hat.



