„Jack Davis: Legacy of Laughter“ – Eine interaktive Hommage an den legendären Cartoonisten bei Ringling College

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Der Mann, der MAD das Grinsen beibrachte – und warum ihn jetzt alle ernst nehmen

Also gut, Leute. Reden wir über Jack Davis. Nicht den Sänger und auch nicht den Football-Spieler. Sondern über den Zeichner, der uns mit aufgerissenen Mäulern, fliegenden Armen und komplett überdrehten Proportionen jahrzehntelang zum Lachen gebracht hat. Der Typ, bei dem selbst ein Ghul aus Tales from the Crypt irgendwie sympathisch wirkt – nur eben mit deutlich mehr Zähnen.

„Jack Davis: Legacy of Laughter“ – Eine interaktive Hommage an den legendären Cartoonisten bei Ringling College
„Jack Davis: Legacy of Laughter“ – Eine interaktive Hommage an den legendären Cartoonisten bei Ringling College

Tim Jaeger, Chefkurator am Ringling College in Sarasota, holt Davis jetzt wieder raus aus der Versenkung. 2018 saß er bei dessen Familie in Atlanta unterm Weihnachtsbaum. Nicht wegen der Plätzchen, sondern weil er eine Ausstellung über Davis auf die Beine stellen wollte. Die Resonanz war so gut, dass zum 100. Geburtstag des Zeichners gleich die nächste folgte. Seit November läuft dort „Jack Davis: Legacy of Laughter“.

An den Wänden hängen nicht nur fertige Illustrationen. Zu sehen sind auch Skizzen, verworfene Entwürfe und Rotstift-Anmerkungen von Art-Direktoren. Plötzlich wirkt Davis nicht mehr wie das unfehlbare Genie, das jede Seite im ersten Anlauf perfekt hinbekam. Man sieht, wie oft er ausprobierte, änderte und neu anfing – und genau das ist der Moment, in dem man kurz vergisst, dass man vor Originalen aus den Fünfzigern steht.

Nach dem Krieg studierte Davis Kunst, jobbte sich durch diverse Illustrationsaufträge, bis EC Comics kam – und damit Serien wie Tales from the Crypt oder The Vault of Horror. Als MAD 1952 an den Start ging, gehörte er von Anfang an dazu. Seine Figuren kennen keinen Stillstand. Sie schreien, stolpern, verziehen ihre Gesichter bis zum Anschlag und scheinen jederzeit aus dem Panel springen zu wollen.

Im Vergleich zu Rockwell wird der Unterschied besonders deutlich: Während Rockwell das Amerika zeigte, wie viele es gern gesehen hätten, hielt Davis derselben Gesellschaft einen schief grinsenden Spiegel vor. Ob Spießer, Werbefachleute, Politiker oder Horrorgestalten – bei ihm bekam jeder sein Fett weg. Studierende des Ringling College haben zusätzlich Videos und digitale Elemente entwickelt, die zeigen, wie unmittelbar Davis‘ Strich auch heute noch trifft.

Die Ausstellung lief bis März 2025. Wer sie damals sehen konnte, hat weit mehr erlebt als eine Sammlung alter Originalseiten. Man bekam einen seltenen Blick darauf, wie Davis tatsächlich gearbeitet hat – mit Bleistift, Radiergummi, jeder Menge Korrekturen und einem Strich, der bis heute sofort wiederzuerkennen ist. Vielleicht liegt genau darin sein Vermächtnis: nicht das perfekte Bild, sondern die sichtbare Arbeit dahinter.

 
 
 
 
 
 
 
 

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