USA MAD Magazin #601 (Oktober 2026): Alfred E. Neumann schmort in der Hölle

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Die reguläre US-Reihe des MAD Magazins hat erst vor Kurzem die historische Marke von 600 Ausgaben geknackt – zumindest nach der aktuellen DC-Zählweise nach dem Neustart von 2018. Mit MAD #601 (Cover-Datum: Oktober 2026, Preis: $5.99) geht es direkt weiter, und die Redaktion widmet sich passend zum Herbst voll und ganz dem Thema Halloween, Horror und Hölle. Unter dem Titel „What the Hell?“ erwartet uns ein Heft, das thematisch aus einem Guss ist und den Fokus klar auf Dämonen, Teufelspakte, Horror-Schocker und klassische Grusel-Klischees legt.

Für Sammler und langjährige Leser stellt sich bei den aktuellen regulären Ausgaben immer dieselbe zentrale Frage: Wie viel neues Material steckt drin und wie gut ist die Auswahl aus dem Archiv? In Ausgabe #601 bekommen wir immerhin sechs komplett neue Beiträge (plus neue Marginalien von Sergio Aragonés), kombiniert mit einer starken Auswahl an Nachdrucken aus verschiedenen Epochen der MAD-Geschichte.

Das Cover: Feuertaufe in der Unterwelt

Das Titelbild von MAD #601 ist ein echter Hingucker für jede Sammlung. Das Konzept stammt von Jason Edmiston, während Terry Wolfinger die eigentliche Illustration (signiert mit „Wolfie 26“) umgesetzt hat. Unter der Schlagzeile „What the Hell?“ sitzt unser geliebter Alfred E. Neumann als gehörnter Leibhaftiger mit Spitzbart, Hufen, spitzen Ohren und Teufelsschwanz gemütlich vor einem lodernden Lagerfeuer – mitten in einer apokalyptischen Höllenlandschaft voller Lavaströme.

Titelbild von MAD Magazin Ausgabe 601 (Oktober 2026) mit Alfred E. Neumann als Teufel am Lagerfeuer in der Hölle.
„What the Hell?“ – Alfred E. Neumann macht es sich auf dem Cover von MAD #601 mit einem gerösteten Marshmallow in der Unterwelt gemütlich.

Besonders schön sind die kleinen Details im Artwork, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt:

  • Marshmallow-Rösten: Alfred nutzt seinen Dreizack ganz pragmatisch, um sich ein Marshmallow über dem Höllenfeuer zu rösten, während rechts unten die passende Tüte mit der Aufschrift „get stuffed“ liegt.

  • Hintergrund-Gags: Während im Hintergrund geflügelte Dämonen durch den rot glühenden Himmel flattern, schwebt links ganz entspannt der klassische MAD-Zeppelin über den Flammen.

  • Klassisches Layout: Der Preis von $5.99 („Cheap!“) und die Ausgabennummer sind klassisch oben links und rechts neben dem gelb-rot leuchtenden MAD-Logo platziert.

Wolfinger fängt die warme, fast schon gemütliche Beleuchtung des Lagerfeuers im Kontrast zur düsteren Unterwelt hervorragend ein. Für Cover-Sammler ist dieses Motiv definitiv eines der stärkeren der jüngeren Jahrgänge.

Das neue Material: Frisches Blut von der „Usual Gang of Idiots“

Auch wenn MAD heute zu einem großen Teil aus Archivmaterial besteht, lässt sich die Redaktion bei den saisonalen Ausgaben nicht lumpen und liefert relevantes neues Material ab. In MAD #601 sind folgende Erstveröffentlichungen enthalten:

  • A MAD Look at Hell (Seiten 5–8): Ein neuer mehrseitiger Beitrag von Altmeister Sergio Aragonés, koloriert von Carrie Strachan (Serge-In General Dept.). Wenn sich der Schöpfer von Groo und zahllosen pantomimischen Meisterwerken auf vier Seiten dem Alltag in der Hölle widmet, ist das allein schon das Eintrittsgeld für das Heft wert. Zusätzlich steuert Aragonés über das gesamte Heft verteilt auch wieder seine berühmten Drawn-Out Dramas in den Seitenrändern bei – teils neu, teils als Nachdruck.

  • The Devil Cares Nada (Seiten 17–20): Das große Film-Highlight unter den Neuheiten. Autor Desmond Devlin und Stammzeichner Tom Richmond (Mean Streeps Dept.) knöpfen sich denMode-Klassiker Der Teufel trägt Prada vor. Dass ausgerechnet dieses Duo eine neue vierseitige Film-Satire abliefert, knüpft nahtlos an die besten Zeiten der modernen MAD-Ära an. Richmonds Karikaturen gehören ohnehin zum Besten, was das Magazin in den letzten 25 Jahren hervorgebracht hat.

  • Spy Vs. Spy (Seiten 10–11): Natürlich dürfen der Schwarze und der Weiße Spion nicht fehlen. Peter Kuper liefert im Joke and Dagger Dept. eine neue Episode ab, in der sich die beiden Kontrahenten mit Piranhas in einer Geisterbahn-Höhle und Geistern aus dem Aktenkoffer bekriegen.

  • Hollywood’s Horror Schlockbusters (Seiten 32–33): Geschrieben von Brockton McKinney und gezeichnet vom unverwechselbaren Hermann Mejia (Domestic Gross as Hell Dept.). Mejia ist bekannt für seinen herrlich überdrehten, leicht grotesken Strich, der wie die Faust aufs Auge zu billigen Hollywood-Horrorfilmen passt.

  • Fear Is Afraid! (Seiten 50–51): Ein doppelseitiger neuer Beitrag von Hurricane Ivan im Boo, Boo! Dept.

  • Das neue Fold-In (Seite C3): Auf der Innenseite des Rückcovers führt Johnny Sampson das Erbe von Al Jaffee fort. Die Frage dieser Ausgabe lautet passend zur düsteren Stimmung: „What is causing an upsurge in heavy drinking?“ (Was verursacht einen sprunghaften Anstieg beim starken Alkoholkonsum?).

Klassiker aus der Gruft: Die besten Reprints im Heft

Der rote Faden aus Hölle, Exorzismus und Halloween zieht sich konsequent durch die Archiv-Auswahl. Wer die alten US-Hefte nicht lückenlos im Regal stehen hat – oder schlichtweg eine kuratierte Horror-Ausgabe am Stück lesen möchte –, bekommt hier ein echtes Schwergewichts-Lineup der MAD-Historie geboten.

Mort Drucker, Don Martin und Paul Coker Jr.

Das absolute Prunkstück unter den Nachdrucken findet sich auf den Seiten 34 bis 41: „The Ecchorcist“. Die legendäre Parodie auf Der Exorzist, geschrieben von Larry Siegel und gezeichnet vom unerreichten Mort Drucker (Between the Devil and the Holy See Dept.), umfasst satte acht Seiten und zeigt Drucker auf dem absoluten Zenit seines Könnens. Direkt im Anschluss greifen Scott Nickel (Projectile Vomit Baby Through History, Seiten 42–43) und Don „Duck“ Edwing (The Exquisite Exorcism Experience, Seite 44) das Thema Besessenheit und Kotz-Attacken direkt weiter auf.

Auch die weiteren Klassiker lesen sich wie ein „Who’s Who“ der goldenen MAD-Ära:

  • George Woodbridge: Schon das Inhaltsverzeichnis (The Devil’s Advocate, Seiten C2–1) nutzt klassisches Artwork von Woodbridge aus MAD #345.

  • Paul Coker Jr. & May Sakami: Eröffnen den redaktionellen Teil auf den Seiten 2–4 mit „Horrifying Clichés“ (Spooking from Pictures Dept.). Cokers stilvoller, leicht schrulliger Strich war schon immer perfekt für Monster- und Gruselthemen geeignet.

  • Don Martin: Auf den Seiten 14–16 darf der „Maddest Artist“ natürlich nicht fehlen. In „Don Martin Looks at Dracula“ (A Count Receivable Dept.) bekommt der Fürst der Finsternis die typische Martin-Behandlung verpasst.

  • Antonio Prohias: Neben einer Abo-Anzeige mit seinen klassischen Spionen auf Seite 12 ist der Schöpfer von Spy vs. Spy auf Seite 49 auch mit „A Witch’s Tale“ (Broom Shtick Dept.) vertreten.

Von Tom Bunk bis Dungeons & Dragons: Schräger Horror-Mix

Für Fans des skurrilen, detailverliebten Underground-Stils ist vor allem die sechsseitige Strecke „MAD’s Tom Bunk Goes to Hell“ (Seiten 26–31) ein Fest. Tom Bunk tobt sich hier visuell komplett aus – wer seine Wimmelbilder und absurden Figuren liebt, wird an diesen sechs Seiten lange sitzen.

Ebenfalls erwähnenswert in der reichhaltigen Mittel- und Schlusssektion:

  • Satan’s Secret Pacts…Revealed! (Seiten 8–9): Geschrieben von Mark Hudis und illustriert von Meister-Karikaturist Drew Friedman (Winners and Lucifers Dept.).

  • Late Night with Igor (Seiten 21–23): Drei Seiten schwarzer Humor von John Caldwell im Brainman Dept.

  • Halloween-Vergleich & D&D-Dämonen: Comedian und Autor Brian Posehn vergleicht zusammen mit Zeichner Gideon Kendall das originale Halloween mit dem 2018er-Sequel (Seiten 24–25), während Dan Telfer und Hermann Mejia (der damit gleich zweimal im Heft vertreten ist) auf den Seiten 54–55 in „The Dopiest Demons in Dungeons & Dragons“ die lächerlichsten Monster aus dem Rollenspiel-Handbuch durch den Kakao ziehen.

  • Norman Mingo auf Seite 56: Ein sehr schönes Sammler-Detail findet sich kurz vor Schluss. In der Rubrik „What the Hell Is the Difference?“ (Observation Dreck Dept.) kommt das klassische Cover-Artwork von MAD #89 von Norman Mingo als Suchbild zum Einsatz.

  • Weitere Beiträge: Abgerundet wird das Heft durch „Meanwhile…“ von Ian Boothby und Pia Guerra (Seite 13), „Spaghetti & Meatball in ‚Catch Hell’“ von George A. Escobar und Bob Lizarraga (Seiten 45–48) sowie „The Lighter Side of Halloween“ von Tammy Golden und Jon Adams (Seiten 52–53).

Das Back Cover: Überlebenstipps für Halloween

Auf der Rückseite erwartet uns ein Nachdruck aus der jüngeren Vergangenheit (ursprünglich erschienen in MAD #4 vom Dezember 2018). Unter dem Titel „Don’t Die This Halloween!!!“ geben Urgestein Dick DeBartolo (Text) und Ed Steckley (Zeichnungen) sechs bitterböse Sicherheitstipps für Eltern:

Rückseite von MAD #601 mit dem Comic-Beitrag „Don't Die This Halloween!!!“ von Dick DeBartolo und Ed Steckley in sechs Panels.
Sicherheit geht vor: Dick DeBartolo und Ed Steckley liefern auf der Heft-Rückseite gewohnt fragwürdige Überlebenstipps für die Halloween-Nacht.
  1. Apfelschnappen ohne Infektionsrisiko: Damit sich die Kinder beim Bobbing for Apples im selben Wasser nicht mit Krankheiten anstecken, rät MAD, jeden einzelnen Apfel vorher sicherheitshalber in ein Kondom zu packen.

  2. Süßigkeiten vorkosten: Wer beim Verteilen an der Haustür beweisen will, dass die Süßigkeiten nicht vergiftet sind, soll einfach vor den Augen der Kinder abbeißen und ihnen den angebissenen Rest geben – spart nebenbei auch jede Menge Süßkram.

  3. Sichtbarkeit im Straßenverkehr: Kinder komplett wie eine Mumie mit Reflektorband einwickeln und ihnen raten, auf dem Zebrastreifen nicht direkt vor Autos mit eingeschalteten Scheinwerfern herumzulungern.

  4. Brandschutz bei der Party-Deko: Keine Kerzen, keine elektrischen Lichter, keine Batterien – am besten das gesamte Buffet und die Deko weiträumig mit Polizei-Absperrband sichern.

  5. Sperrstunde durchsetzen: Damit der Nachwuchs pünktlich um Punkt zu Hause ist, bekommt das Kind einfach einen tickenden Dynamit-Wecker umgeschnallt.

  6. Die sicherste Uhrzeit: Um Gedränge und Zuckerschocks kurz vor dem Schlafengehen zu vermeiden, schickt man die Kinder am besten schon morgens um 7:00 Uhr zum Trick-or-Treating – das sorgt bei den verschlafenen Nachbarn im Bademantel garantiert für echten Horror.

Fazit für Sammler

MAD #601 ist eine rundum gelungene Themenausgabe. Die Mischung aus dem großartigen Teufels-Cover von Terry Wolfinger und Jason Edmiston, neuen Beiträgen von absoluten Publikumslieblingen wie Sergio Aragonés, Tom Richmond, Desmond Devlin, Peter Kuper und Hermann Mejia sowie unsterblichen Klassikern (allen voran Mort Druckers Ecchorcist und Tom Bunks Höllentrip) macht das Heft zu einer klaren Empfehlung für den Oktober. Wer die US-Ausgaben sammelt, kommt an dieser Nummer ohnehin nicht vorbei.

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