Sergio Aragonés

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Sergio Aragonés – Weltverbesserer und Pantomime

Sergio Aragonés Domenech wurde am 6. September 1937 in Spanien geboren, in der Gemeinde Sant Mateu der Provinz Castellón de la Plana. 

Die Familie Aragonés wanderte nach Frankreich aus, um den Spanischen Bürgerkrieg aus dem Weg zu gehen, da war er 6 Jahre alt. Dort angekommen wurde er nach kurzer Zeit eingeschult und lernte Französisch. Nach einigen Jahren wanderten sie auch von dort aus, ihr Weg führte sie nach Mexiko. Er sprach kaum ein Wort Spanisch und verbrachte die meiste Zeit zu Hause. Auf dieser Webseite verbringt man in diesen Tagen seine Zeit daheim am sinnvollsten.

Sergio Aragonés at the 2017 WonderCon, Anaheim, California. Image Copyright by Gage Skidmore.
Sergio Aragonés at the 2017 WonderCon, Anaheim, California.
Image Copyright by Gage Skidmore.

In dieser Abgeschiedenheit begann er zu zeichnen und nutzte jede freie Minute neben Schule und Studium. Sergio wollte schon damals Geschichten ohne Worte erzählen. Eine Ausbildung zum Zeichner machte er nie. Das Studium der Architektur absolvierte er 4 Jahre auf der National Autonomous University of Mexico. Bereits mit 17 Jahren konnte er einige seiner Werke den Zeitungen verkaufen und zeichnete Cartoons und Gags bis zu seiner Auswanderung in die USA im Jahre 1962. Seine Arbeiten wollten nie richtig nach Mexiko passen, auch nicht sofort in die USA als er sich an Magazine und Zeitungen wandte.

Mit Gelegenheitsjobs hielt er sich über Wasser und bekam den Tipp sich bei Mad zu bewerben. Das Magazin macht Satire, da passe ich nicht rein, dachte er. 1963 saß er im Büro des Mad Magazins und legte einen Astronauten-Joke vor. Er staunte nicht schlecht über die sofortige Annahme und üppige Bezahlung. In Mexiko war es üblich 1 bis 2 Dollar zu erhalten, hier bekam er für die beiden Seiten 200 Dollar! Auf die Frage, ob er auch Jokes über Motorrad-Polizisten hat, fackelte er nicht lange und stand nach durchgezeichneter Nacht am nächsten Morgen wieder vor der Tür. Er ist noch heute für seine Schnelligkeit bekannt. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Mad Magazin hielt über viele Jahre bis zur letzten Ausgabe 2018. 

Sergio Aragonés hat Spaß am Zeichnen und versteht die Koordination, das Gleichgewicht und die Körperhaltung der Figuren. Klischees bedient er geschickt um den Betrachter in die Story zu einzubinden. Durch den Pantomime-Kurs während des Studiums kann er sich optimal in die Anatomie der Figuren hineindenken, das Studium der Architektur hilft ihm dann bei der Wahl jeder neuen Szenerie. Alles hat einen Sinn, auch die Reisen, die Stunden in den Cafés umringt von vielen Menschen, das Eintauchen in Bildbände und Bücher der Bibliotheken.

 

Groo und sein Hund Rufferto
Groo und sein Hund Rufferto

Aragonés spricht 5 Sprachen fließend, eine gute Grundlage um mit den Einwohnern auf allen Kontinenten in Kontakt zu kommen. Er will sehen und berühren um die Menschen zu berühren, aufzurütteln, sie einfach fröhlich zu machen. Sergio Aragonés hat fast die ganze Welt bereist und mit anderen Künstlern gesprochen, Messen besucht und immer ein Auge auf die vielen verschiedenen Einwohner geworfen. Wie sie sich verhalten, kleiden, essen, trinken, feiern.

Zuerst zeichnet er sich einen Plan, noch vor dem fertigen Storyboard, dann zeichnet er einige Dinge in den Plan, um dann den richtigen Blickwinkel zu finden. Wie in einem Filmstudio entwickelt Sergio Aragonés alle seine Szenerien und Drehorte selbst. Sein Vater war ein Filmproduzent und bat seinen Sohn oft am Set auszuhelfen, selbst als Stuntman ist er mal eingesprungen. Aragonés zeichnet jeden Tag 8 Stunden und verbringt viel Zeit in den Bibliotheken. Das einem beim Zeichnen nichts geschenkt wird, war ihm schon früh klar. Natürlich gehört schon etwas Talent dazu, aber von nichts kommt nichts.

Sergio Aragonés auf seiner Deutschland Tour 1998.
Sergio Aragonés auf seiner Deutschland Tour 1998.

Sergio Aragonés war schon einige Jahre bei Mad, da kam ihm die Inspiration für Groo bei einer Reise nach Europa. Dort waren die Comics humorvoller. Er wollte das auch und entwickelte eine neue Figur. Groo der lustige Barbar, der weder lesen noch schreiben kann, begibt sich in viele unterhaltsame Situationen um die Menschen auf die Probleme in der Welt aufmerksam zu machen. 12 Jahre musste er warten, bevor ein Verlag bereit war die Hälfte der Rechte abzugeben. Weltverbesserer brauchen viel Geduld!

Parallel kreierte er noch 16 Mad-Taschenbücher, die alle zum Bestseller wurden. Aragonés Werke sind in sehr vielen Werbungen zu sehen, seine Animationen waren Teil von einigen TV Shows. Auch die erfolgreiche Arbeit mit dem Bart Simpsons Team im Jahre 2009 machte ihm viel Spaß.

Sergio Aragonés erhielt fast jede Auszeichnung im Bereich der Comics und Cartoons. Neben vielen weiteren Auszeichnungen wurde er neun Mal mit dem Harvey Award Special Award for Humor ausgezeichnet und fünf Mal mit dem National Cartoonist Society Humor Comic Book Award in verschiedenen Kategorien. Die höchste Auszeichnung bekam er von dort im Jahre 1996, den Reuben Award! Im Ojai Valley Museum in Kalifornien eröffnete im Sommer 2009 seine erste Retrospektive unter dem Namen: Mad About Sergio.

Das erste MAD Buch von Sergio Aragonés
Das erste MAD Buch von Sergio Aragonés

Am Anfang seiner Karriere war sein größter Wunsch auf einer Insel zu leben, mit einem Segelboot vor Anker und den ganzen Tag unter einer Palme sitzend zu zeichnen. Bis heute ist er fasziniert vom Wasser und liebt es zu schwimmen, tauchen und segeln. In seiner Jugend war er beim Wasserballett und Soldat bei der Mexikanischen Marine. Im Jahre 2012 nahm er sich eine Auszeit wegen Rückenproblemen.

Sergio Aragonés lebt und arbeitet momentan in Ojai, im Bundesstaat Kalifornien/USA. Seine offizielle Webseite ist unter diesem Link erreichbar.

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